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„Aber wohl gab man mir den Rath, aus Paris zu entweichen, und Niemand war froher als ich, daß ich nicht zu ihren Ordonnanzen und Vertagungen kam; denn waͤre ich da geweſen, war Alles ſchon ordonnirt, und ſie haͤtten mir ſchmaͤhlicher Weiſe das Leben ge⸗ nommen.“
Sie ſchonten aber doch Deiner, braver Cliſſon.— „Keinesweges, keinesweges! Erinnerſt Du Dich denn nicht mehr daran? Sie faßten einen gar grauſamen Spruch gegen mich ab, und ward ich aus dem Reiche, als falſch, ſchlecht und ein Verraͤther an der Krone Frankreich, verbannt.“
— Verbannt, Olivier, verbannt! O wehe mir, wenn auch mir dieſes unſelige Loos beſchieden waͤre! Ich kenne nur Frankreich, weiß nur von dieſem. Ihm habe ich nur gedient, fuͤr Frankreich nur habe ich gelebt. Moͤgen ſie mit mir machen, was ſie wollen, aber ſterben ſollen ſie mich dort laſſen! Pfui uͤber das Leben, wenn man es um den Preis alles deſſen erkaufen muß, war⸗ um man es liebt! Frankreichs Erde birgt die Gebeine meines Vaters und meiner Kinder; waͤre ich denn ſo ganz elend, daß es die meinigen von ſich ſtoßen ſollte?!
Wo bin ich das Wenige, was ich bin, wenn es nicht in Frankreich iſt? Außerhalb Frankreich wuͤrde ich nichts von mir ſelbſt wieder finden. Allem fremd, wuͤrde auch mir Alles fremd bleiben. Alt und verlebt, wie ich bin,
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