Teil eines Werkes 
4. Band (1832)
Entstehung
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Mein Ohr hatte Zeit gehabt, ſich an dieſes Geſchrei zu gewoͤhnen. Ich beklagte die traurige Verirrung derer, die man dazu aufregte; ſie wußten nicht, was ſie thaten. So vergingen einige Augenblicke und ich ver⸗ ſank wieder in meine Traͤume..

Eine zweite Geſtalt erſchien. Dieſe trug eine reiche Ruͤſtung und hatte ein großes Schwert in der Rechten,⸗ deſſen Scheide von violettem Sammet mit goldnen Lilien beſaͤt war. Eine tiefe Schmarre, die ihr uͤber das Auge ging, zeigte, daß die Feinde des Koͤnigs ſie in der Naͤhe geſehen hatten und man mit Recht das Schwert des Connetable in ihre Hand gelegt hatte.

Und auch Du, rief ich ihm zu, Olivier? denn er war es, es war Cliſſon, ich konnte mich nicht irren. Und auch ich, antwortete er mir, ich komme, Dich zu beſuchen und zu troͤſten. Auf! Mit Gott, habe friſchen Muth! Ich will mir Muͤhe geben, Olivier, ich will's. Wohlgethan und geſagt, erwiederte er.

Sieh nur, wie das Gluͤck es zu halten pflegt, und wie ſeine Guͤter wenig feſt und beſtaͤndig ſind, da auch ich, wohl ein tapferer Mann und braver Ritter, der wohl viel gearbeitet fuͤr die Ehre des trefflichen Koͤnig⸗ reichs Frankreich, auf ſolche Art mißhandelt und ſchmaͤh⸗ licher Weiſe um Wuͤrde und Ehre gebracht worden bin.

Und doch hatte ich mich gar raͤthlich des Staates und der Regierung des Reiches angenommen, und war ihm damals kein ſo großes Unheil widerfahren.