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Berry, und iſt kein Zweifel daran, daß, wenn die gute Dame nicht geweſen waͤre, und wenn man ſie nicht ge⸗ hoͤrt, wir gewißlich haͤtten ſterben muͤſſen.“
Ich weiß, weiß es, entgegnete nun ich. Du biſt der, von dem die Chroniken Deiner Zeit ſchrieben:„daß Du in dem Gefaͤngniſſe, in welchem Du Dich befandeſt, dem Caſtell Saint⸗Antoine, immerfort weinteſt, ſo hef⸗ tig und mit ſolcher Betruͤbniß, daß Dein Augenlicht dadurch ſo getruͤbt und geſchwaͤcht ward, daß Du im Begriff ſtandeſt, ganz zu erblinden; und war es ein wahrer Jammer, Dich zu ſehen und klagen zu hoͤren.“
Ein tiefer ſchmerzlicher Seufzer entſtroͤmte ſeiner Bruſt, und ich ſagte zu ihm: Geh' voruͤber, Greis, geh' voruͤber; Du wirſt mich Nichts zu lehren haben. Dein Beiſpiel iſt nicht gut fuͤr mich. Mit Gottes Huͤlfe werde ich mich davor huͤten. 1
In dieſem Augenblicke erſcholl von draußen ein lan⸗ ger, ſchwertoͤnender und gewaltiger Laͤrm. Man haͤtte glauben ſollen, die aͤußeren Thore des Schloſſes wuͤrden erſchuttert und ſtuͤrzten vor dem gewaltſamen Andringen einer wuͤthenden Menge ein. Die Trommel toͤnte, die Soldaten griffen zu den Waffen; man hoͤrte in den Hoͤfen zahlreiche, eilige Schritte; die Schildwachen ruf⸗ ten ſich laͤngs der Waͤlle zu und antworteten. Mitten aus dem Tumulte klangen wilde, tobende Stimmen, ohne Unterlaß ſchreiend:„Zum Tode mit ihnen! Zum Tode mit ihnen!“


