386 Dies Buch iſt aͤhnlich dem der roͤmiſchen Sibyllen,
Umſonſt will der Augur des Wiſſens 6— d'rin ſtillen, Die Blaͤtter ſind im Wind eh
In Blitz und Donner gliegt auch Euer Wort durs Ganze!
Steigt auf bei ſeinem Ton, eilt hin bei ſeinem Glanze,
Erwartet ſonder Furcht, was langſam endlich nah'.
Ihr, Kinder deſſen, der, voraus ihn kuͤndend immer,
Von Kreuzes Hoͤhe ſchon der Hoffnung gold'nen Schimmer Am Horizont der Zukunft ſah.
Dies Blutorakel ſteht mit jedem Tag Euch offen;
Umſtuͤrzend hebt den Geiſt empor, erneu't im Hoffen;
Ihr Wandrer, fluthgepeitſcht von Eurer Saͤkel Wahn!
Ihr glaubt zuruͤckzugehn im Ocean von Jahren,
Und werdet weiter doch nach tauſend von Gefahren Fortſchiffen auf der Zeiten Bahn.
So auch ein Schiff, das zwiſchen zweier Welten Schwellen Das ufer ganz verlor, rings um es her nur Wellen, Sich thuͤrmend hoch und ſchwer wie ſinſtre Mauern auf; Der Steuermann weiß nicht die Knoten mehr zu finden, Stillſtehend zwiſchen zwei tief eingewuͤhlten Schluͤnden Glaubt er des ſchwanken Fahrzeugs Lauf.
Dieſelbe Woge iſt's, ſpricht er, im Zweifelbangen, Dieſelben Toͤne ſind's, die an mein Ohr gelangen, Die Fluth, die ich durchſchift, wiegt mich von neuem nun;


