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Die Menſchheit iſt kein Stier, der ſchwer aufathmend ziehet
Des Ackers Furche, ſtets im gleichen Schritt bemuͤhet,
und gleiche Furcheldann zu wiederholtem Mal;
Verjuͤngter Adler iſt ſie⸗ mit erneuter Feder,
Der kuͤhn entgegen fliegt im hoͤchſten Wolkenaͤther Dem rein entſtroͤmten Sonnenſtrahl.
Sechstauſendjaͤhr'ge Kinder, die ein Nichts erſchrecket, Laßt Euch nicht ſtoͤren, wenn ein neues Wort Euch wecket, Ein Reich zuſammenſtuͤrzt, ein Saͤkel nicht mehr da! Was kuͤmmern auf dem Weg Euch die verſtreuten Truͤmmer,. Nach Vorwaͤrts ſchauet nur⸗ nach Ruͤckwaͤrts aber nimmer⸗ Es rollt der Strom zu Jehovah!
Im engen Herzen laßt die Hoffnung, leicht getrogen, Nicht unterſinken ſtets auch mit den andern Wogen; Es traͤgt die Welle Euch, Kleinglaͤub'ge, die Ihr grollt! Was kuͤmmern Wind und Schall, was Staub Euch und Vergehen, Wenn nur die Vorſehung in unermeſſ'nen Hoͤhen Ihr ewiges Geſetz entrollt?
Es buchſtabiren Blatt vor Blatt in ihm die Zeiten; Ihr leſet nur ein Wort, und weiter ſollt Ihr ſchrelten, Wohl tauſend leſen einſt dann Eure Kinder ſchon.
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