Teil eines Werkes 
3. Band (1832)
Entstehung
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Wie Todte, die am Schmuck man modernd noch erkannte, So nehmen in das Grab auch mit ſich die Gewande Die Generationen dann. 3

Hier ſind's die Goͤtter; dort der Ahnen goldne Kette,

Das Richtſchwert des Tyranns, der Prieſter Amulete,

Veraltetes Geraͤth vom Throne und Altar;

Und wenn nach Saͤkeln man dann ſucht in ihren Saͤrgen,

Staunt man die Reſte an, die laͤcherlich ſie bergen Von dem, was ſonſt der Menſch doch war!

Turban und Tunika, der Purpur, Richtkleid, Roben, Beil, Scepter, Schaͤferſtab, Schwert, Waffenſchmuck, verſtoben Iſt's unter Eurer Hand, wurmſtichiges Symbol, Bald Staͤrkeren zu Theil, bald Braven, Naͤnkereichen, Vergebens fragt Ihr dann Euch: unter welchem Zeichen Steigt oder faͤllt die Menſchheit wohl?

Nur unter Deinem, Cheiſt: Der Menſch, in dem Gott waltet, Wird wechſelnd ewiglich an Form und Wuchs geſtaltet, Ein Rieſe kuͤnft'ger Zeit, der Groͤfres hoffen mag: Alternd verbraucht er auch die Kleider jetzt veraltet, Wie kraͤft'ger Gliederbau des Mannes nun zerſpaltet Die Windel, wo das Kind einſt lag⸗