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Ihr baut ſie wieder ſtets, und ſtets von neuem wieder,
Und donnert ſtolzen Wahns die Anatheme nieder
Auf den, der ſie beruͤhrt einſt in der Folgezeit!
und ſtets, indem Ihr ſo hinfaͤll'ge Wohnung bauet,
Schneemaͤnner⸗Menſchen, von der Sonne aufgethauet, Sprecht Ihr noch von Unſterblichkeit! 8
Ob ein Jahrhundert ſchwankt, ob ſich ein Stein verruͤcket, Ob Sokrates vom Grab Euch ein Geheinddi ſchicket, Ob Chriſtus einer Welt im Tod den immel ſchenkt: Ihr raͤchet ſtets durchs Schwert die Luͤge, die regierer, Und jede Wahrheit, die als neu die Erde zieret,
Iſt auch mit Gottes⸗Blut getraͤnkt.
Ihr liebt die Schuppen, die das bloͤde Aug' umnachten, Dem Krieger gleich, bewehrt zwar wohl zu Kampf und Schlachten, Ber aber doch entſchlief, winkt feſter Traum ihm zu; Ertoͤnet ploͤtzlich nun ein Ton, der Euch erſchreckte, Schlagt Ihr, und toͤdtet den, der Euch ſo rauh erweckte, Denn Ihr wollt ſchlafen ja in Ruh!.
Doch ſo verſteht nicht Gott, der Euch vom Schlaf gerufen,
Des Menſchen Schickſal und der Voͤlker Bildungs⸗Stufen,
Dies iſt der Weg nicht, den ſein Finger ernſt Ench weiſt!
Umſonſt fehlt Euch der Muth, will Euer Fuß ermuͤden,
Das Werk des Ewigen kennt keine Ruh' hienieden; Denn ſein Geiſt iſt nicht Euer Geiſt!


