375
Doch Ihr, feſtweilend im ſchwachſinn'gen Oeeidente,
Erſtarrtes Volk in Stolz und Feigheits⸗Elemente,
Wohin der Zufall nur verſtveute Eure Spreu,
Da keimt Ihr, wie das Moos auf Euerm duͤſtern Huͤgel,
Treibt Eure Wurzeln durch des Felſens ſtarre Riegel aund vegetirt in Furchen neu.
Ihr ſpaltet den Granit, haͤuft Ziegel an zum Hohne, Begruͤndet Thuͤrme, Staͤdte, Republiken, Throne, Ruft ſelbſt die Zeit herbei, die Gott enthuͤllt nur ſich; Und als haͤtt' dieſer Gott Euch Herr gemacht auf Erden, Ruft dem Geſchlecht Ihr zu, das noch gezeugt ſoll werden Leb', ſtirb hier unveraͤnderlich—
Betuͤnch' die Mauer neu, die Dein Geſchlecht zertruͤmmert, Sei um des Fußtritts Spur, daß ſie beſteh’, bekuͤmmert, Wirf Andern auf das Joch, das Andre Dir erwaͤhlt! Sprich, wenn ein Scheidender nicht Schatten mehr will leihen, Daß Gottes Finger duͤrr geworden und die Reihen Der Sonnentage ſchon gezaͤhlt!
Vergebens folgt Euch Tod und zehntet ſeine Beeten, Vergebens wird die Zeit die Babel Euch zertreten, Schlaftrunkenes Gewuͤrm, mit ihrem ew'gen Schritt! Vergehens ſtuͤrzt ſie um des Pfluͤgers zorn'ges Eiſen, Stoͤßt mit dem Fuß darauf, und ſchleudert gleich Ameiſen⸗ Pallaͤſten ſie zu anderm Staube mit:— 4 16**
———


