21
ſich die Jugend uͤberlaͤßt, die hingeworfenen unbedeu⸗ tenden Worte, die ſich waͤhrend des Tanzes kreuzen, wurden fuͤr die beaͤngſtigte, aufmerkſame, gequaͤlte Lie⸗ bende zum ſpöͤttiſchen Gefluͤſter, Eugen war deſſen Ge⸗ genſtand, ihr Ohr hoͤrte nur ſeinen Namen murmeln, ihre Blicke begegneten ſpoͤttiſchem Laͤcheln. Dieſe Furcht wurde zur Wirklichkeit.... und die gezwungene Miene Eugens, der nicht minder mißtrauiſch war als ſie, ent⸗ taͤuſchte ſie nicht. Er war gedemuͤthigt: ol wie un⸗ gluͤcklich war ſie!... Emma war auf alle andre Con⸗ tretaͤnze verſprochen.... Und Eugen?... Er tanzte nicht mehr, alle Damen waren ſchon engagirt.
Am folgenden Morgen— war Emma leidend.
Am folgenden Morgen— hatte ſie Migraͤne.
Am folgenden Morgen— machte ſie Beſuche.
Am folgenden Morgen— konnte ſie ihn nicht an⸗ nehmen.
Am folgenden Morgen— war Emma aufs Land ge⸗ fahren.“
„Asmodi! der Zeiger iſt ſchon auf der hoͤchſten Num⸗ mer des Zifferblatts.“
„Meiſter, ich ſehe es wohl. Der ungluͤckliche junge Mann ſah endlich ein, daß, indem er das Ehrgefuͤhl der Liebe geopfert, er die, welche er liebte, verloren hatte. Er iſt ſtolz, edel, gefuͤhlvoll, und weiß, daß Ehre und Liebe unwiederbringlich ſind. Da iſts Mitternacht!.. Siehſt Du.“
2*


