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eines Blickes, ja, oft eines Nichts willen, ſich umbringen! uUm eines Augenblickes von Zorn wegen vergeſſen, daß man geliebt wird, daß man liebt! Einem falſchen Ehr⸗ gefuͤhle, ſeiner Eigenliebe, nichts weiter, das Schickſal einer ganzen Familie, das Herz einer Mutter, das Leben einer Gattin aufopfern— ja, mein Herr, ihr Leben. Ach, theurer Freund, mein Vater hat Recht; der Duellant iſt ein Ungeheuer, ein Undankbarer! Unterliegt er, ſo giebt es nur Schande fuͤr ihn, ſiegt er, wie betrachtet ihn dann die Welt. Nein, pfui uͤber einen Duellant! Das iſt ja der allerſchlechteſte Ton! Ja, ja, mein Herr! er wird uͤberall ausgeſchloſſen. Bedenken Sie aber doch auch nur, Eugen, daß ein Duellant ein Menſch iſt, ganz mit Blut beſpritzt; man vermeidet, man flieht ihn, man nimmt ihn nirgends an, alle Salons ſind ihm verſchloſſen; er iſt ein verlorner Menſch.“
„Verloren!... Wenn nun aber dieſer Ungluͤckliche beleidigt, gefordert ward, nehmen wir an, ſelbſt von dem elendeſten Menſchen, und ſich weigerte, ſelbſt mit dieſem elendeſten Menſchen ſich zu ſchlagen: was denkt da die Welt von ihm? was ſagt man in unſern Salons von ihm? welches ſpoͤttiſche Lob wird er in jedem Blicke leſen? welcher Freund wird ihm die Hand druͤcken?
welche Frau wird es wagen, ihn zu lieben? Emma, ſa⸗
gen Sie mir doch!...". Was ſollte Emma antworten?... Ihr Herz ſchlug, ihre Wangen faͤrbten ſich mit hoher Roͤthe, und ihr


