Teil eines Werkes 
3. Band (1832)
Entstehung
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Gewandteſten, und dies, junger Mann, dies iſt der Ur⸗ ſprung Ihres Duells, das man ſo lange mit Gott weiß welchem Nimbus von Bravheit umgeben hat. Die Roͤ⸗ mer, die ſich auf Ruhm und Muth gewiß wohl ver⸗ ſtanden, kannten dieſe Art von Kampf gar nicht. Heut⸗ zutage verachtet ihn der uͤberlegt handelnde philoſophi⸗ ſche Englaͤnder, und nicht aus Feigheit. Der Ruſſe da⸗ gegen, noch ein Sklav und unter der Knute, vergoͤttert ihn, und bei uns, Eugen, bei uns iſt, ſo wie die Frei⸗ heit unſre Seelen erhoben, Aufklaͤrung unſern keimenden Verſtand entwickelt und Vaterlandsliebe die Ehre an ihre rechte Stelle geſetzt hat, das Duell mit Verachtung be⸗ legt und aus unſern gereinigten, verjuͤngten, neugeſtal⸗ teten Sitten verdraͤngt worden. Das Ehrgefuͤhl iſt nicht mehr hinter eine Wallmauer verwieſen und der Muth des Buͤrgers zeigt ſich auf der Rednerbuͤhne des Volks, auf dem Greveplatze, vor den Bajonetten des Despotismus und beim erſten Klange der Trommel unter der Fahne der Nation. Da findet ſich Platz fuͤr Jedermann; nur da erkauft man ſich den Namen eines Tapfern; aber im Duell!... Eugen, da laͤßt man ſein Leben, ohne Ehre zu finden.

und wenn man zogert, ſich dazu zu ſtellen, die Ver⸗ achtung, die Schamroͤthe, der Name eines Feigen!... Kann man das ertragen?... Emma, glauben Sie das?

Eugen! Infamie giebt es bloß fuͤr den Herausfor⸗ derer. Ein Duell! Welcher Schauder! Um eines Wortes,