Teil eines Werkes 
3. Band (1832)
Entstehung
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Feinheit ihre? Wuchſes, der Weiße ihrer Haͤnde, der Vollkommenheit aller ihrer Reize ſagen?... Male Dir das ſchoͤnſte aller jungen Maͤdchen, belebe ſeine himmli⸗ ſchen Zuͤge mit einem gebildeten, zarten Geiſte, fuͤge zu allem dem Anziehenden noch ein gefuͤhlvolles Herz, eine empfindende Seele hinzu und hunderttauſend große Thaler Mitgift. Dies war Emma, als die Salons ſie erblickten und bewunderten. Auf der Stelle ward ſie angebetet.

Die glaͤnzendſten Parthien boten ſich in Menge dar, die ausgezeichnetſten jungen Leute von Vermoͤgen, Ver⸗ dienſt, Namen, Rang, ſtritten ſich um die Ehre, die Huldigung ihrer Herzen, das Anerbieten ihrer Guͤter, ihrer Titel, ſo wie den Schwur einer ewigen Liebe, wie ſie ſagten, ihr zu Fuͤßen zu legen, und man konnte es glauben, denn der Gegenſtand war deſſen werth. Emma brauchte nur zu waͤhlen; kein einziger Erbe eines gro⸗ ßen Hauſes wuͤrde bei dem Aufrufe gefehlt haben; es gab deren fuͤr jeden Geſchmack, ſchoͤne, junge, liebens⸗ wuͤrdige, edle, glaͤnzende, vom Wechſelagenten im Ca⸗ briolet an, bis zum jungen Pair im Whiski, vom Juli⸗ dekorirten mit Schnauzbaͤrtchen an, bis zum Vicomte im engliſchen Frack; alle Raͤnge lagen ihr zu Fuͤßen, gleich geworden durch die Nivellirwage der Liebe, und flehend um Hymens Joch.

Daß Emma, die ſchoͤne, angebetete, von tauſend Hul⸗ digungen und Weihrauchduͤften berauſchte Emma, ein