——
399
die Männer, welchen dieſes Scepter zu Theil worden war, ſich über ihr Loos nicht zu beklagen hatten. Ein edler Stolz konnte mehr als einmal ihr Herz ſchwellen, und ſie durften wohl unter den ſchmeichelnden Strahlen einer hei⸗ teren Sonne freudig auf dem Wege des Daſeins wallen. Mehr noch: nehmen wir an, daß ſie unbekannt oder ver⸗ kannt, ohne Schutz und Zufluchtsort, von allen Schlägen des Schickſals betroffen waren, und ſie nun auf einmal das Echo hörten, und ihr Genie zu ihnen ſprach, wie dann das Unglück ſelbſt zum Sporn für ihr Talent werden mußte. In das Geheimniß des Einfluſſes, den ſie auszuüben be⸗ gaunen, eingeweiht, härteten ſie ſich dann gegen alle Hin⸗ derniſſe ab. Indem ſie Kraft in ſich fühlten, dem Schick⸗ ſale zu trotzen, verbreiteten ſie in ihren Schriften ſowohl das heilige Feuer, das dazu beſtimmt iſt, die Gemüther zu erwärmen, als jene bittre Ironie, die, indem ſie ſich über ſtrafbare Handlungen ergießt, der Bösartigkeit der Men⸗ ſchen die Opfer anzeigt, die man ihr zum Schlachten vor⸗ wirft. Seht da Rouſſeau, wie er eine Welt von Leſern an ſeine Gedanken, ſeine Gefühle kettet. Von der Tiefe ſeiner Armuth aus, zu der er ſich mehr Glück wünſcht als darunter leidet, greift er bald die Laſter des Jahrhun⸗ derts mit einem heiligen Zorne an, bald führt er Euch, zu ſanftern Empfindungen zurückgekehrt, in ein Elyſium, in welches, Euch zu gefallen, ſeine Feder ſchon zwei weib⸗ liche Geſtalten verſetzte, denen Ihr huldigen werdet, weil er es ſelbſt bereits gethan hat. Später feſſelt er Euch auf
1


