mit der Baſtille bedroht, bezeichneten ſie der Regierung die Gränzen, welche ſie nicht zu überſchreiten wagte. Der Ver⸗ faſſer des Gemäldes von Paris ſetzte von ſeinem Dachſtüb⸗ chen aus einen General⸗Lieutenant der Polizei in die größte Unruhe, ſo wie die Salons der Vorſtadt Saint Germain einem großen Monarchen ſchlafloſe Nächte machten, als er aus einer Stadt abweſend war, die er mit Trophäen und Siegen überſchüttet hatte. Vor dieſer uns näher liegen⸗ den Periode hatten andere Potentaten ſich zu Vaſallen unſerer Litteratur gemacht. Friedrich, Joſeph II. und Katha⸗ rina herrſchten in Berlin, Wien und Petersburg; aber es lag ihnen daran, in Paris bewundert zu werden, und der Weihrauch befand ſich doch nur in den Händen der Ge⸗ lehrten; durch ſie mußte er auf den Altar gelangen. Bei dem ſüßen Gemurmel ihrer Stimmen mußte ſein berau⸗ ſchender Duft zum Himmel ſteigen und weithin die Lüfte würzen.—
Nein, man kann es ſich nicht verſchweigen: der Stand eines Gelehrten war damals Etwas! Forderte er auch an⸗ geſtrengte Arbeit, füllte er das ganze Leben aus, war er dieſes Leben ſelbſt, ſo wird man doch eingeſtehen müſſen,
daß es dann nicht ohne Reize war. Man begreift leicht,
daß da, wo die Zeit ſo im Schooße des Studiums ver⸗ ſtrich, mitten unter einer auserleſenen Geſellſchaft, die von ihren Dichtern, ihren Weiſen, ihren Geſchichtsforſchern, ihren Romanſchreibern das Loſungswort erwartete, um zu tadeln, zu klatſchen, oder ſich in Entzücken zu berauſchen,


