Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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dem Wege durch die Wechſelfäll ſeines trüben Daſeins an allerdings ſehr kleinliche Details, deren Blöße er aber mit all dem Zauber eines Stiles voll erquickender Friſche bedeckt. Er bittet Euch um Nachſicht mit ſeinen ſchweren Verxirrungen, und entreißt Euch Eure Verzeihung, indem er Euch auf einen Augenblick zu ſeinen Mitſchuldigen macht. Dann habt Ihr auch noch den Dichter Gilbert, mit einem ſehr mittelmäßigen Talente geboren, bei dem aber der quälende Schmerz über ein Glück, das er nicht zu erreichen vermochte, die Stelle des Genies vertrat. Wer kann uns denn auch ſagen, ob der erſte dieſer beiden Schriftſteller, die wir eben genannt haben, wenn er anders geſtellt geweſen, und z. B. in reich geſchmücktem Zimmer geboren worden wäre, eben ſo auch unſere Herzen ſich ge⸗ wonnen haben würde, als der faſt verlaſſene Sohn eines armen Uhrmachers in Genf?

Das Jahrhundert, deſſen Ende wir erblickten, war kei⸗ nesweges undankbar gegen Gelehrte, ſondern ſicherte ihnen vielmehr eine ganz eigenthümliche Exiſtenz zu, welche ihre beſondern Privilegien hatte. Wir haben ſo eben die ein⸗ fache Skizze davon entworfen. Beſitzen die jetzigen Gelehr⸗ ten ein Uebergewicht, das ſie über ihre Vorgänger hinweg ſetzte? Haben ſie ſich über ihre Verhältniſſe, die ſich na⸗ türlich ganz anders geſtalten, zu beklagen, oder Glück zu wünſchen? Oder vielmehr, exiſtirt denn die Profeſſion als Gelehrter überhaupt noch? Exiſtirt noch eine eigentliche franzöſiſche Litteratur? Welches ſind denn ihre Lehren?