der Feder von Raynal, Cabanis und einigen andern ſchätz⸗
baren Gelehrten bezeugen es auf eine Art, die keinen Zwei⸗ fel zulaſſen dürfte. Später jedoch erſt ſind die Hauptſchläge gefallen, und wir werden den Muth beſi itzen, davon in der Folge dieſes Kapitels zu ſprechen, wenn wir uns über eine Gattung von Schriften unterhalten müſſen, die jetzt allge⸗ mein verbreitet iſt, von der unſre Väter aber faſt gar nichts wußten, und welche alle andern erſtickt, ohne doch zu einer eigentlich ſogenannten Litteratur zu gehören.
Man muß anerkennen, daß, einige Ausnahmen abge⸗ rechnet, Irreligioſität nicht der vorherrſchende Charakter der franzöſiſchen Litteratur im abgewichenen Jahrhunderte war. Einige Geiſter konnten in Ausſchweifung verfallen ſein, die Herzen hatte ſie noch nicht angegriffen. Man
hatte einen ungeregelten Hof, einen höheren ſittenloſen Klerus, einen mit Auswüchſen bedeckten Kultus vor ſich: wie war es da möglich, bei einiger Gewiſſenhaftigkeit, ſolche Verirrungen nicht herzhaft anzugreifen, und wenn man einiges Talent in ſich fühlte, es nicht mit lauter Stimme zu thun, da man gewiß war, eben ſo viel Lob einzuärnd⸗ ten, als man Zuhörer zählte?.
Dieſelbe Rechtlichkeit nöthigt uns auch zu der Bemer⸗ kung, daß einige große und ausgezeichnete Schriftſteller Geiſtesſtärke genug beſaßen, um auf dieſem ſchlüpfrigen Boden anzuhalten. Montesquieu, der vor mehr als einem
halben Jahrhunderte die Wiſſenſchaft der Repräſentativ⸗ Regierung uns würde esſchaffen haben, wenn wir reif ge⸗


