393
nug geweſen wären, ſie anzunehmen; Duclos, ein Ehren⸗ mann mitten in einer Coterie; Buffon, zu deſſen Lehrge⸗ bäude eine Maſſe von Entdeckungen uns bei den Haupt⸗ epochen der Natur immer wieder zurückzukehren nöthigt; Rouſſeau, der mit ſeiner Feder befehligte, ſo wie eine mäch⸗ tige Perſon mit ihrer Stimme herrſcht; Bernardin de Saint Pierre, deſſen milder Pinſel auf reizenden, und durch die Gegenwart von ihm dorthin verpflanzter tugendhafter We⸗ ſen verſchönerten Gefilden ſich erging, verkündeten den ewi⸗ gen Bund der Philoſophie mit den Grundſätzen der Reli⸗ gion. Sie verſtanden es, der Reform das richtige Maaß zu verſtatten, wie rechtliche Leute aller Länder darüber ſtets einig ſein werden. Ihre Hand ſchonte die Grundpfeiler, auf welche ſich die für das Menſchengeſchlecht einzig mög⸗ liche Geſelligkeit ſtützt. In ihren Schriften behauptete die Schaam ihren Altar, und die durch rührende Opfer gerei⸗ nigte Liebe ſchmückte ſich mit einer damals noch unbekann⸗ ten Anmuth. Von da an ſchreibt ſich bei uns die wahre Herrſchaft der Frauen, die einzige, an welche ſie Anſprüche machen dürfen, her. Der beredte Dichter aus Genf lehrte ſie mit Tönen, die nur ihm eigen ſind, worin ihre wahre Kraft beſtehe. Im Innern ihres Haushalts, im Schooße einer Familie, die ſich glücklich fühlt, unter ihren friedli⸗ chen, aber unwiderſtehlichen Geſetzen zu leben, lehrte er ſie
ſchen. Der Mann bekam endlich eine Gefährtin, die Kinder wurden endlich einer Mutter gewiß, und die ſo lange ihres koſtbarſten Gutes beraubte bürgerliche Geſellſchaft
2—.


