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dringlicher werden, aber auch bald die Reinheit ihres erſten Urſprungs verlieren. Selbſt das Gebot wendet ſich von ſeinem wahren Sinne ab, oder ſchwächt ſich durch ſeine Uebertreibungen. Das Gold bleibt allerdings immer darin, aber der Zuſatz macht die Scheidung ſchwieriger; eine un⸗ angenehme Verlegenheit, die mit dem Fortſchritte der Jahre zunimmt. Dieſes Schickſal laſtet auf jedem Kultus, ſelbſt auf dem, der der geeignetſte ſein ſollte, ſeine Be⸗ glaubigungsbriefe von obenher zu datiren, ſobald der prie⸗ ſterliche Ehrgeiz durch Ueberſpannung die Triebfeder der Gläubigkeit mißbrauchte, und der Ehrgeiz der cioiliſtiſchen Oberhäupter dem Altar unvorſichtig eine Stütze anbot, oder ſie von ihm verlangte, die ſtets geheim gehalten wer⸗ den muß, man möge ſie nun geben oder fordern. Die Religion wird dann eben ſo durch die Hülfe, welche man ihr bietet, als durch die, welche ſie verleiht, ſelbſt ärmer. Sobald man weltliche Anſichten erblickt, iſt der Prieſter nur noch ein Erdenmenſch, ein den Leidenſchaften und Schwächen unſerer vergänglichen Natur unterworfenes We⸗ ſen. Vergebens wird er dann im Namen des Himmels ſprechen, das ärmliche Intereſſe, dem er eine Stimme weiht, die uns faſt nur zu den Hymnen der Engel rufen ſollte, hat meinen Eifer geſchwächt und mein Herz erkältet. Man fordert Opfer von unſerer Großmuth, und ſie ſollen Geſchöpfen zum Vortheil dienen, die das Schickſal beſſer behandelt hat als uns! Man zeigt uns ſchwere Laſten, die wir uns aufladen ſollen, und die, welche ſie uns mit


