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die Leid, welche die großen Buchſtaben*) lieben, indem ſie ſich von der Druckſeite entfernen und ſogleich den Blick auf eine beleidigende oder lobende Perſönlichkeit werfen. Ich kenne ganz den Vortheil, welchen man von zwei oder drei Sylben, die Bwunderung oder Bosheit in Jedes Mund gebracht haben, ziehen kann. Ich weiß, wie glücklich eine Phraſe der Begeiſterung oder der Satyre durch einen be⸗ kannten Namen Gewicht erhält. Unter dieſen Namen iſt mir nicht unbekannt, welcher ſich zum Epigramme eignet, welcher lobend zu erheben ſei, wie man unerſchrockene Beredſamkeit nennt, wie Veränderlichkeit der Meinung, wie verabſchiedeten Ehrgeiz, der ſich irrt, wie den befrie⸗ digten Ehrgeiz, der ſeine alten Verbrüderungen läugnet. Und dennoch wird kein Wort meiner Feder entſchlüpfen, das Jemanden bezeichnet.
Hat man denn nicht das verzeichnete Regiſter der Kam⸗ mer? Dort wird man jeden Namen, vom berühmteſten bis zu dem unbekannteſten, finden, in ſeinen kleinen Raum eingeſchloſſen und auf dem Papier nicht mehr Platz ein⸗ nehmend, als die von irgend einer Hand in den Wahlka⸗ ſten geworfene Kugel. Nur trage man Sorge, die Note zu leſen, die der Herausgeber vorſichtig gemacht hat, um alle Einſprüche zu vermeiden. Denn er will nicht, daß ſein Werk wie ein Wort⸗Prozeß behandelt werde. Dieſe
*) Im Franzoͤſiſchen werden nur die Eigennamen und wenige andere mit großen Anfangsbuchſtaben geſchrieben. 3 1*


