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Hof, die Damen und eine glänzende Jugend, mit einem Wort Frankreich in ſeinen Erinnerungen und Täuſchun⸗ gen daz das elegante und ſtolze Frankreich, der Sitz al⸗ ler Gaben des Geiſtes und der Gracie; wo der Adel des Herzens beinahe immer den des Blutes anregt; wo der Reichthum ſich ſo oft mit frommer Menſchenliebe verbin⸗ det; wo der Geſchmack für Künſte und Wiſſenſchaften, die Reize abwechſelnder Studien, die Schätze früherer Un⸗ terhaltungen bewahren, zugleich aber auch den heutigen Anſichten freien Lauf geſtatten; wo die Handelnden aus Leuten beſtehen, welchen wir auf allen Schlachtfeldern des Reichs begegnet ſind, und wo die Frauen mit der ho⸗ hen Ausbildung begabt ſind, daß die Sévigné's, die La⸗ fayette's, die Staël's, die Dura's daraus hervorgehen konn⸗ ten; wo endlich die Anhänglichkeit für die vaterländiſchen Schöpfungen größere Fortſchritte gemacht hat, als man es je vorausſetzen konnte!— Die Wahrſcheinlichkeit eines Stantsſtreichs erregte Schrecken bei der ganzen vornehme⸗ ren Welt, und daher kam es, daß die Monarchie ohne Vertheidigung fiel. Man wollte ſich betäuben, ſich noch täuſchen, man hoffte auf weiſe Beſchlüſſe, und weil man ſie tauſendfach herbeiwünſchte, hatte man tauſend Gründe, daran zu glauben. Aber das Urtheil des Geſchicks war aus⸗ geſprochen; jeder Secundenſchlag führte uns der Stunde unabänderlich entgegen, in welcher die zehn Jahrhunderte der Monarchie mit einem Male in den Abgrund verſinken
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