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ſollten. Das alte Frankreich verdankt dem Herzog von
Orleans den letzten der ſchönen Tage, welche die Reſtau⸗ ration noch hätte bereiten können.
Ich wurde durch eine neue Unterredung mit Seiner Königlichen Hoheit noch zurückgehalten. Ein ewiger Cotil⸗ lon, welcher von Madame und dem Herzog von Chartres in einem anſtoßenden Saale eröffnet worden war, hatte alle Müßigen angezogen; und die Frau Herzogin von Orleans, Madame Adelaide, die jungen Prinzeſſinnen, der Prinz von Salerno, welcher von den erhabenen Gäſten allein noch geblieben war, befanden ſich beinahe während drei Vier⸗. tel⸗Stunden in einer gänzlichen Verlaſſenheit. Man wird die Höflinge nicht einer zu ängſtlichen Dienſtbefliſſenheit beſchuldigen.
In dieſer Zwiſchenzeit hatte der Prinz von Salerno an der Unterhaltung Theil genommen. Er fragte, aus wel⸗ chem Grunde da an den Wänden die kaiſerlichen Schlach⸗ ten von Montmirail und Champaubert figurirten.„Um,“ ſagte ich,„Jemappe und Valmy zu beſchönigen.“
„Nein,“ entgegnete der Herzog von Orleans,„aus dem ganz einfachen Grunde, weil ich alles liebe, was fran⸗ zöſiſch iſt.“
In dieſem Augenblick erſchien Madame am Arm des Herzogs von Chartres wieder, drückte ihrer königlichen Tante die Hand, und entfernte ſich. Die Tänze hatten aufgehört.
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