Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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Tiſch machen, und ich halte die unbeſchränkte Demoeratie nicht für geſchickt, einen guten Grund zu legen.

Herr von Salvandy, Sie geben ſich nicht genug Re⸗ chenſchaft von den Wirkungen der Aufklärung, einer Folge von der Theilung der Glücksgüter. Die Welt hat ſich ſeit vierzig Jahren ganz verändert. Die Mittelklaſſen bil⸗ den nicht den ganzen geſelligen Verein, aber in ihnen liegt die Kraft deſſelben. Sie haben ein dauerndes In⸗ tereſſe für die Ordnung, und ſie tragen zu dem Lichte bei, welches in den Erforderniſſen eines großen Reichs alle die nöthige Gewalt erkennen läßt, um den böſen Geiſt zu be⸗ kämpfen und zu unterdrücken. Der Jacobinismus iſt nicht mehr möglich, wenn die Mehrzahl das Ruder führt.

Ich habe immer gedacht, Gnädiger Herr, und wage es, bei dieſer Meinung zu beharren, daß es ein gefähr⸗ licher Irrthum ſei, unter den Gewährleiſtungen für die Ordnung, das ganze Eigenthum mit zu begreifen. Bei uns iſt das Eigenthum ſo getheilt, daß es ſich in der Menge befindet, welche alles Anſehen beneidet und Feind jeder Macht iſt. Ich fürchte, daß wenn dieſe die Mehr⸗ zahl für ſich hat, und man durch Verſuche der Ausglei⸗ chung immer bemüht iſt, ihr zu genügen, der Haß gegen die höheren Stände uns ſehr bald zur Anarchie zurückfüh⸗ ren wird, wenn man davon nicht etwa ausgegangen iſt.

Bedenken Sie doch, Herr von Salvandy, daß das Land nur eine conſtitutionelle Verfaſſung haben will; wei⸗

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