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aufgelöſt, und jene beſtand ſchon lange nicht mehr; der König mußte ſich mehr als je König fühlen. Die Mo⸗ narchie hatte keine Schranken mehr.... ſie war aber auch ihrer Stützen beraubt. Der Anker, welcher das Fahr⸗ zeug am Ufer befeſtigt, und es verhindert, ſich den Wel⸗ len zu überlaſſen, ſchützt es auch zugleich vor dem Un⸗ tergang. 8
Der König führte die Königin von Neapel auf die Terraſſe, und Alles folgte ihm. Die Nacht war ſchön. Der Mond überglänzte den weiten Schauplatz mit ſeinem weißen Licht. Als ſich ſo viele Prinzen, einen mächtigen König an ihrer Spitze, dem Volke zeigten, welches ſich an dieſem Schauſpiel ergötzte und ſelbſt ein Schauſpiel darbot, wer dachte wohl daran, daß am Fuße des Bal⸗ cons der wahre Schiedsrichter des öffentlichen Wohls, der Herr, der die Reiche zerſtört und wieder aufrichtet, ſich befände? Die Zuſammenkunft dieſer beiden Souveraine fand in gutem Vernehmen ſtatt. Sie hatten ſich nur ſelten ſo nahe gegenüber geſehen. Man konnte deutlich die vielen Fragen der Menge über das rothe Kleid des Prinzen von Salerno vernehmen. Der König begrüßte mehrere Male das Volk. Der ſchallende Ruf:„Es lebe der König!“ antwortete ihm. Carl X. hörte dieſen wohl⸗ thuenden angenehmen Ruf zum letzten Male. Kurz darauf ging der Monarch an mir vorüber; und indem er in freudiger Aufwallung nach dem Himmel zeigte, ſagte er:„Es iſt ſchönes Wetter für meine Flotte von


