Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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Algier Unglücklicher Fürſt, deine Flotte von Algier wird,

weil du es gewollt haſt, den Herrn von Bourmont am Fuße des Atlas entſetzen und mit der dreifarbigen Fahne zurückkehren.

Gewiß, wenn nicht franzöſiſcher Sinn allein bei die⸗ ſer glänzenden Expedition das Wort führte, wenn man des Ruhmes zu ſchlechtem Vorhaben bedurfte, wenn man hoffte durch dieſen Ruhm unſere Freiheiten zu beeinträch⸗ tigen, dann hat die Vorſehung ſchrecklich Gericht gehal⸗ ten! Die weiße Fahne flog nur zu den Geſtaden hinüber, wo der heilige Ludwig ſtarb, um, wie er, dort unterzuge⸗ hen. Wir wollen uns Glück wünſchen, daß dieſe Fahne unſerer Väter, die auch funfzehn Jahre lang die unſrige war, ein ſolches Grab fand! Von Frankreich ſchon auf⸗ gegeben, wehte ſie noch ſtolz auf den Feldern des befrei⸗

ten Griechenlands und des eroberten Afrika's. Die Frei⸗

heit ſtieß ſie von ſich; aber der Ruhm hatte ſich nicht über ſie zu beklagen. Sie blieb ihm bis zu Ende treu. Seltſames Jahrhundert, in dem wir leben! In dem⸗

ſelben Augenblick, wo ich dieß ſchreibe, weilt der Pirat,

den Carl X. zu ſtrafen befahl, in unſrer Mitte, beſucht

unſere Theater, ſpeiſt bei den Miniſtern, wohnt unſeren

Debatten bei, reizt die Neugierde des Volks überall auf ſeinem Wege, und erſcheint in demſelben Palais Royal, von wo aus Carl X. ſeinen rächenden Blitzſtrahl auf den Flügeln des Windes verfolgte; der Dey von Algier kann in unſern Mauern leben, und Carl X. darf nicht darin ſterben.