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niſter! Sie ſchienen das Trauer⸗Geleite dieſer tauſendjäh⸗ rigen Monarchie zu ſein. In der Zahl befand ſich einer, nach deſſen Namen ich fragen mußte. Es war Herr de Guernon Ranville; ſeine Züge waren mir eben ſo wenig bekannt, als ſein Leben wenige Zeit vorher von Frank⸗ reich gekannt war; unglücklicher junger Mann! durch einen Glücksfall wirſt du deiner Dunkelheit entriſſen, um von deiner Größe als freiwilliger Märtyrer von Verirrungen, woran deine Vernunft keinen Theil hatte, auf immer in ein finſteres Gefängniß zurückzufallen! Die beiden Häup⸗ ter des Miniſteriums zeigten dem Feſte einen lächelnden Blick. Hätten ſie in den Herzen ihrer Umgebungen leſen können, dieſes Lächeln wäre verſchwunden. Sie würden die Zukunft entziffert haben.
Die Heiterkeit des Fürſten von Polignae hatte jedoch etwas Gezwungenes, welches verrieth, daß die Unruhe end⸗ lich ſeine Seele durchdrungen hatte. Ich ſehe noch den Platz, wo er im Vorbeigehen den Herrn von Martignac lebhaft grüßte, ſeinen beredſamen Gegner, welchen ſeine Freunde, als würde durch ihn die Monarchie untergehen, aus dem Miniſterio drängten. Das Leben dieſer beiden Männer war nicht geſchloſſen. Sie ſollten zuſammen auf die Nachwelt kommen.
Der König führte die Königin von Neapel, und eine aufrichtige Heiterkeit, ein lebhafter Stolz ſprach ſich in allen ſeinen Zügen aus. Madame, die Herzogin von Berry, glücklich, ihre Familie auf franzöſiſchem Boden zu beſitzen,


