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geöffnet. Unter der Glas⸗Kuppel, welche ſie theilt, erblickt Ihr von der einen Seite den ſchönſten Bazar voller Le⸗ ben und Glanz, und von der andern ſeht Ihr einen an⸗ deren, noch größeren, den wirklichen Garten zu Euren Fü⸗ ßen liegen, in welchem feurige Guirlanden ſich durch die Bäume winden. Es iſt ein überſchwengliches Feſt und ein Volksfeſt zugleich. Der Hof und die Erſten der Stadt theilen allein nicht die Feier; der Herzog von Orleans hat auch das Volk eingeladen, und dieſes, gedrängt in den weiten Räumen, findet zuerſt ſich ein.
Von ſieben Uhr an ſammeln die andern Gäſte, mehr als viertauſend, ſich vor dem Thore des Pallaſtes; und
auch hier wogt das Volk. Immer begierig zu ſchauen,
bildet es vor den vier Wagenreihen, welche die ganze Länge der Quai's hin ſich erſtrecken, eine lebendige Mauer, be⸗ wundert durch die Kutſchenſchläge den Staat der Frauen
mehr noch als ihre Schönheit, und kümmert ſich um die
reichen Stickereien der Herren mehr noch als um ihren Ruf. Es iſt eine ſeltſame Leidenſchaft der Menge, ſich an Andrer Vergnügen, welches ihr ſelbſt ſo fern ſteht, zu ergötzen, entlehnten Glanz zu bewundern, und beſonders gern dem kecken Cicerone Gehör zu ſchenken, welcher gleich für jeden Orden mit einem Namen, für jede Klei⸗ dung mit einem Amt, für jedes Geſicht mit einem Titel bei der Hand iſt. Es ſpricht gewiß für einen guten und rechtlichen Sinn des Volks, daß bei demſelben der An⸗ blick der Pracht der höheren Stände nicht ein Wort des


