Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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er mit ihnen nur der Erinnerung Ludwigs XIV., Hein⸗ richs IV., des heiligen Ludwigs und aller ſeiner Vorfah⸗ ren leben. Auch will er die Bourbons von Neapel bei den Bourbons von Orleans einführen. Ich weiß es nicht, ob, ſeitdem Ludwig XIV. als Kind von der Fronde dar⸗ aus verjagt wurde, das Palais Royal in ſeinen Mauern je einen König von Frankreich ſah. Carl X. war wenig⸗ ſtens nie darin erſchienen. Er will dem Herzog von Or⸗ leans im Juni 1830 ſeinen erſten Beſuch machen.

Das Palais Royal bietet alles zu dieſer Feierlichkeit auf. Nach funfzehnjährigen Arbeiten legt der erhabene Ei⸗ genthümer die letzte Hand an ſein väterliches Haus, als die Glücksgöttin mit einem Male das Erbtheil ſeiner Söhne mit den Tuilerien, dem Pallaſt Bourbon, Verſailles und Chantilly vergrößerte. Neugebaute Säle, eine neue Gal⸗ lerie, in deren herrlichen Malereien die Geſchichte dieſes königlichen Sitzes dargeſtellt iſt, ſchließen ſich der langen Reihe von Prachtzimmern an, in welchen ein gediegener, verſtändiger Lurus Gemälde, Statuen, alle Erzeugniſſe der Kunſt, vereinigt. An dieſem Abende hat die königliche Pracht ſich in Drappirungen, Blumen⸗Verzierungen und glanzvollen Erleuchtungen verſchwenderiſch gezeigt, und wo die Säle aufhören, eröffnen ſich neue Zaubereien. Vor Euren Augen iſt ein Garten ausgebreitet, in welchem grüne Teppiche Euch erwarten, blühende Orangewälder Euch umgeben, und rieſenhafte Kandelaber ihre Strahlen werfen; die prächtige peiche Terraſſe iſt zum erſten Male