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wig XIV. und Georg III. nur zu beſchießen wagten. Die Neapolitaniſchen Bourbonen ergriffen dieſen Augenblick, in ſeinem Ruhm das Haupt der alten Dynaſtie, der Her⸗ rin dreier Kronen, einen Beſuch zu machen. Franz I. hatte ſo eben eine ſeiner Töchter als Königin in Spa⸗ nien eingeführt. Eine andere glänzt am Hofe Frankreichs. Bei der Reiſe durch unſere glücklichen Provinzen erkannte er die pyrenäiſchen Gebirge noch; er ſah traurigen Blicks den Unterſchied zweier Schickſale, und fand, daß der zweite Rang im Louvre beneidenswerther als der erſte im Escu⸗ rial ſei! Die erhabenen Neapolitaner werden beim Könige von Frankreich wie hohe Gäſte bei einem reichen und mächti⸗ gen Wirth empfangen. Durch das ganze Königreich be⸗ ſtreitet er ihren Aufwand. Auf ſeinen Wink umgiebt ſie aller Luxus Frankreichs. Er beehrt ſie, ihnen in eigener Perſon die Hauptſtadt, ihre Umgebungen, ihre Palläſte, ihre Denkmäler zu zeigen. Vielleicht hat er ſelbſt Frank⸗ reich nie ſo nahe geſehen; man möchte ſagen, er wolle eine Muſterung ſeiner Schätze halten. Und ſeine ſchöne Ar⸗ mee wird nicht vergeſſen? Selbſt, mit gezogenem Schwert führt er ſie in ritterlicher Höflichkeit der fremden Köni⸗ gin vor, und am andern Morgen ſtellt der Moniteur die Frage auf, was nun künftig das ſchöne Heer nicht errin⸗ gen werde, da es das Schwert in der Hand ſeines Kö⸗ nigs geſehen. Der König begleitet ſeine hohen Reiſenden nach Rosny, Saint Germain und Verſailles, als wollte


