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digungen abzumeſſen? Ich verlange Gleichheit für die Könige.
Wenn ich aufrichtig ſein ſoll, ich empfinde eine unbe⸗ kannte Furcht, indem ich, um Ihnen gefällig zu ſein, vor dieſem königlichen Hauſe, dieſem außerordentlichen Spiel⸗ balle des Glücks, in die Schranken trete, dieſen alten Trümmern aus den Jahrbüchern unſerer vaterländiſchen Geſchichte, welche gefallen, und wiederaufgerichtet, von neuen Gewittern ergriffen, noch höher geſtürzt und furcht⸗ barer umher geworfen worden ſind, als es je unglückliche Fürſten der Erde erfahren haben. Die Krone der Könige hat mich nie geblendet. Der Geiſt des Widerſpruchs miſchte ſich beinahe immer meinen Huldigungen bei; aber der Krone des Unglücks kann ich nur meine Ehrerbietung zollen.
Sie ſehen, mein Herr, wie Sie Ihr Buch und mich in Gefahr bringen. Wollen Sie vor dieſen Gefahren nicht zurücktreten, nun ſo ſchließen Sie einen Moment die Au⸗ gen, und bilden Sie ſich ein, die Welt und Sie ſeien einige Monate jünger: Carl X. regiert. Er giebt einen Wink, und während eine ſeiner Armeen noch auf den Fel⸗ dern von Meſſenien campirt, um Griechenland wieder her⸗ zuſtellen, haben achthundert Segel das mittelländiſche Meer bedeckt, um ihre Waffen und Strafdecrete zu den Ufern hinüber zu führen, wo der heilige Ludwig ſeinen Tod, und Carl V. ſeine Niederlage fand. Europa iſt erſtaunt, zu ſehen, wie Carl X., nach langem Unglück Frankreichs, den Entſchluß faßt, die Küſtenländer zu erobern, welche Lud⸗


