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Ball auf die Nachwelt zu bringen. Soll ich Ihnen gehor⸗ chen? Nur mit Zagen verſuche ich es. Wird dieſe Skizze nicht zu ernſthaft für ein Sittengemälde ſein? In wel⸗ chem Styl würden Sie die Tänze beſchreiben, von wel⸗ chen Hereulanum vielleicht am Abend vor dem letzten Tage, der über dieſe verurtheilte Stadt aufging, wiederhallte? und, Sie wiſſen, daß es nicht die ſobald darauf gefolgte Kataſtrophe iſt, welche meiner Erzählung die ernſten Ge⸗ danken liefern wird. Sie wiſſen, daß ich, inmitten jener triumphirenden Taͤnze, unter meinen Füßen das Gewitter brauſen hörte, welches Hereulanum verſchlang. Die Aufgabe iſt mir ganz beſonders ſchwierig. Unſere politiſchen Geiſter ſcheinen mir manchmal über das Kö⸗ nigthum die gemeinen Geſinnungen früherer Zeitalter zu nähren, und die Fürſten zu betrachten, als ſeien ſie aus einem anderen Thon als die übrigen Menſchen gebildet. Ich habe dergleichen Vorurtheile nicht. Die Fürſten ſind in meinen Augen gewöhnliche Menſchen. Ich denke, daß wenn unſer Loos oder unſer Ehrgeiz uns ihnen näher ge⸗ ſtellt hat, wir ſie im Unglück wie andere unſerer Bekannte, welche vom Schickſal hart getroffen wurden, zu behandeln haben. Iſt es nicht zu bewundern, daß, wenngleich man es ehrlos findet, einen Bürger, der uns im Glück unter ſein Dach aufnahm, im Unglück mit groben Beſchimpfun⸗ gen zu verfolgen; doch ſo viele Menſchen, welche ohnlängſt ſich vor den mächtigen Bourbons verneigten, es für Pflicht halten, ihre heutige Heftigkeit nach ihren geſtrigen Hul⸗


