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die Leinwand gezaubert hat, ihre Augen erklären, was ich ſo eben behauptet habe. Sehet dieſen Blick.... es iſt wahrlich der einer göttlichen Eingebung!
Eines Tages trug in demſelben Zimmer, dem Bilde gegenüberſitzend, eine junge Dame Verſe vor. Ihr Kopf, mit reichen blonden Haaren geſchmückt, bewegte ſich mit Gracie auf einem weißen und runden Hals, wie der eines Schwanes; und ich fand, daß ihr Weſen, wenn gleich im⸗ mer das junge Mädchen, doch auch etwas von der Sybille des Dominiquino verrieth.
Sie ſprach Verſe aus einem von ihr ſelbſt verfertigten Gedichte,„Magdalene“ betitelt. Ein Autor trägt Verſe in der Regel gut vor, wenn gleich oft etwas eintönig und mit leiſer gedrückter Stimme. Jedenfalls aber ſpricht Mlle. Gay ſie immer richtig, deutlich und mit Ueberlegung.
Die Zuhörer, welche ſie umgaben, durften ihr wohl et⸗ was Furcht einflößen, wenn gleich ſie des Beifalls verſi⸗ chert ſein konnte; denn außer den Perſonen, welche ich bereits genannt habe, und welche zu den näheren Bekannt⸗ ſchaften der Mad. Récamier gehören, beſtand die Geſell⸗ ſchaft aus allem, was Paris an ausgezeichneten Geiſtern der Wiſſenſchaften und Künſte nur bieten kann. Einige Schritte von ihr, gegen die Thür gelehnt, richtete Herr v. Chateaubriand auf die ſchöne junge Muſe ſeinen Blick, der ſie ſtols und furchtſam zugleich machen mußte, wäh⸗ rend ſie jener ſtumme Zeuge, aber nichts deſto weniger ein⸗


