Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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eine wahre Freude; das Glück einer jugendlichen Ehe ſpricht aus ihnen, und es bedarf keiner langen Prüfung, um ſich zu ſagen:Sie lieben ſich, ſie ſind glücklich!

Die Erinnerung an Geérard's Pſyche bringt mich auf das Gemälde, welches die Abtey im Walde beſitzt, eine Ar⸗ beit dieſes Mannes, deſſen göttlicher Pinſel uns ſo viele Meiſterwerke geliefert hat. Ich habe das Bild von der Improviſation der Corinna mehr als hundert Mal geſe⸗ hen, und immer bringe ich ihm einen neuen Tribut mei⸗ ner Bewunderung. Die Geſtalt der jungen Italienerin be⸗ ſonders verſetzt mich in Entzücken. Da iſt Leben im gan⸗ zen Körper. Unter dieſer zarten Haut rinnt Blut, und ein rothes, warmes, lebenathmendes Blut. Dieſe bräun⸗ liche, gleich einer Pfirſich ſammtartige Haut umſchließt die ſchönſten Formen, welche mir entgegen zu treten ſcheinen.... Der Arm, welcher die Leyer hält, man möchte ſagen, er wolle ſie ertönen laſſen. Und dieſer Kopf!... dieſer halb geöffnete Mund, das feuchte Auge, dieſe leicht ſchwellenden Naſenlöcher; alles in dieſem Geſicht verräth Jugend und Geſundheit, bezeichnet Kraft und Genie.

Frau von Staöl, deren Seele alle Geheimniſſe zu ent⸗ ſchleiern verſtand, hatte in ihrem bewundernswürdigen Cha⸗ rakter der Corinna nichts erdichtet. Sie hatte geſchrieben. Sehet nur das Bild, welches in dem Zimmer der Madame Récamier hängt, und in welchem wir Gérard's Pinſel ver⸗ bürgen können. Ihre Augen, welche übrigens ausgezeich⸗ nee ſchön waren, und der Maler gleichſam in Natur auf 16 56