Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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über Frankreich verlängerte, und dieſes Philoſophie, bürger⸗ liche und religiöſe Freiheit in Ermangelung der Dichtkunſt erwählte; da nannte der beobachtende Teufel ſich Voltaire, ein unerſättlicher Spötter und unerſchrockener Menſchen⸗ feind, der über die ſich Geißelnden lacht, die Menſchheit durch heißes Eiſen und auf der Stirne bezeichnet! Das war eine angreifende Epoche für unſeren Teufel! Er war wenig daran gewöhnt, nüchtern und boshaft zu ſein! Er war Cenſor ſeiner Natur; er gab ſich leicht der zwiefachen Ausſchweifung der Sitten und des Styls hin; er war Bouf⸗ fon und Frohſinn; er biß und kratzte nicht! Er war zornig, aber ohne Groll; er war eigentlich Rabelais und nicht Vol⸗ taire; er wurde Voltaire, und ſchrieb Candide; er ſchreckte vor Candide zurück, wie er vor Juvenal zurückgeſchreckt war, und ſchrieb, um ſich zu tröſten, die Hochzeit des Fi⸗ garo. Figaro iſt Asmodeus auf dem Gipfel des Geiſtes und der Kühnheit, auf dem Gipfel der Bosheit; er iſt der junge, ausſchweifende, glänzende Asmodeus, der zu den Wolken ſchwebt, lacht, ſein Glück macht und ſpäter einſt irgend ein guter Bürger werden wird. Aber weh! Asmodeus hatte nicht die Zeit Bürger zu ſein! Er verlebte ſein reiferes Al⸗ ter in einer Flaſche! Er alterte in dieſer Flaſche, und ent⸗ ſchlüpfte, man weiß durch welchen Zufall, aus derſelben. Man erblickt ihn bucklicht, krummbeinig, mit Krücken, lang⸗ ſam und wie zur Strafe auf einem Beine hinkend. Und dennoch, wie ich ſchon ſagte, war dieß eine gute Zeit für die Schilderung der Sitten; Asmodeus entriß den Häu⸗