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Laſter, von Gaſtmählern, von freudigen Mädchen an den Thüren der Weinhäuſer; rede von Allem und in allen Spra⸗ chen, franzöſiſch, lateiniſch und ſpaniſch; mit Dir ſelbſt aber rede, gütiger Asmodeus, in Deiner gewichtigen fran⸗
zöſiſchen Sprache, und dann nimm Frankreichs lauten Dank!
denn Du haſt Frankreich eine Sprache gegeben, ſein erſtes
unſterbliches Werk: Pantagruel; ſpäter vielleicht wirſt Du
ihm La Fontaine und Molière geben. Beugt Euer Haupt
vor Asmodeus, in dem Gewande des Rabelais!
In dem großen Jahrhundert zog Asmodeus das Mönchs⸗ gewand aus, und kleidete ſich in eine bürgerliche Tracht. Er hatte ſeine Lebensweiſe geändert. Er wurde der beſchei⸗ dene Genoſſe eines großen Hauſes. Er lernte zum dritten Male Griechiſch. Er beſchäftigte ſich viel mit der Gram⸗ matik, und gewann einen gelehrten, eleganten und korrek⸗ ten Styl, der alle Freiheit des alten hatte. Asmodeus nannte ſich beſcheiden la Bruydre, er hat die Sitten ſei⸗ ner Zeit mit allem Geſchmack und aller antiken Grazie eines früheren Schriftſtellers gemalt. Er wurde unruhig über die leichteſten geſelligen Abweichungen, über die unbedeutend⸗ ſten Fehler, über die unſchuldigſten Verzerrungen; er lebte von dem Abfall der Tafeln des Miſantropen und des Tar⸗ tüffe, und er war herrlich, neu, von guter Geſellſchaft und von gutem Geſchmack; das erſte Mal, das ihm dieß ſeit ſeiner Abreiſe von Griechenland begegnete; o! beachtet ihn doch!—
Da noch das ſiebenzehnte Jahrhundert ſeinen Schatten I. 2


