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unſinn geſpottet! Glaubt nicht, daß der Teufel Asmodeus, der beobachtende, ſich an die Kritik der Sitten ſchließende Teufel von Geſtern ſei, ein närriſches und ſtörriſches Kind, welches vor dem Gil Blas hergeht, oder ihm folgt, um ihn zu belehren und zu vervollſtändigen.— Der Teufel Asmo⸗ deus iſt alt wie die Welt; er hat nicht immer Krücke und Höcker gehabt; er war nicht immer in einer Flaſche ge⸗ ſperrt; er nannte ſich nicht immer nur Asmodeus; er nannte ſich abwechſelnd Ariſtophanes, Theophraſt, Terenz, la Bru⸗ yere, Molidre insbeſondere; er nannte ſich Voltaire, Ra⸗ belais und Beaumarchais; er führte die größten Namen der poetiſchen und ſatyriſchen Welt; er berührte die beiden äußerſten Grenzen des menſehlichen Geiſtes. Für den Ver⸗ ſtand war er Rabelais; für das Herz Montaigne. Asmo⸗ deus iſt die Philoſophie aller Jahrhunderte, in Karrikatur gekleidet; Asmodeus iſt die alte Weisheit, die zur fran⸗ zöſiſchen wird; Asmodeus iſt das entartete Lachen der Al⸗ ten; er iſt die Vernunft, welche ſatyriſch geworden: er⸗ habene und arme Vernunſt, die gezwungen iſt, die Rolle eines Narren und Gauklers zu ſpielen, wenn ſie Eingang finden will.— Aber ſei er weiſe oder Narr, laßt uns den Teufel des Le Sage achten! Seit langer Zeit ſchreitet er mitten durch das Menſchengeſchlecht! Das griechiſche Volk ſah er zuerſt, ein ſchwatzhaftes, eigenſinniges, ſchmutziges, ſchlemmendes, zweifelndes, geiſtreiches, ſpöttiſches, leichtes, ſeelenloſes Volk; aber blühend, artig, gebildet, glänzend, über Alles lachend, auf den öffentlichen Plätzen die Muße⸗


