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ſtunden verlebend, beredſam, muſikaliſch; Formen, Töne, Farben, Wohlgerüche und Dichtkunſt liebend; ein Volk, das eitel, geizig, boshaft, unzüchtig und ſchamlos war; Al⸗ eibiades und Gnathon zugleich, ohne Widerrede, ein ſel⸗ tenes Volk für das Studium!
Bewegbares Volk! Asmodeus zeigte es von jeder Seite: auf dem Theater des Ariſtophanes und in den Abhandlun⸗ gen des Theophraſtes; er zeigte die Griechen in ihrem po⸗ litiſchen und Privatleben. Beide, Ariſtophanes und Theo⸗ phraſtes, waren das für Griechenland, was Molière allein für Frankreich war.— Es iſt ein unendlicher Ruhm für zwei, das zu ſein, was Molisre allein war!
Asmodeus, das verweichlichte Athen verlaſſend, und da er zu ſeinen Schwachheiten und Lächerlichkeiten kein Wort mehr hinzufügen konnte, nannte ſich Terenz, und begann, dießmal mit geringem Erfolg, das Römiſche Luſtſpiel.— Rom war zu ſehr der Wiederſchein Athens, um Stoff zu
einem originellen Luſtſpiele zu liefern. Rom war damals faſt das, was wir jetzt ſind: geſchäftig umherſchwärmend, Behaglichkeit ſuchend, eitel, Nichts ahnend, mittelmäßig gut und mittelmäßig ſchlecht, ewig mittelmäßig, gleich weit von der Freiheit und der Sklaverei; aus Falſchheit zwei⸗ felnd, verderbt, gelangweilt, ein Ende erwartend, nachdem man alles, was der menſchliche Ruhm Großes erzeugte, durchlaufen und denſelben in jeder Art gemißbraucht hat; ein Volk ohne Leidenſchaft, ohne Glauben, ohne Unglück, ohne Hoffnung, ohne Tugend. Das Luſtſpiel durchſchritt


