Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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Unterredung mit ihr die verbrecheriſche Frau beſtändig verfolgt. Als der Probſt von der Kirche heimkehrte, begaben ſich alle zu Ellen hinauf. Sie vermochte nicht mehr aufrecht zu ſitzen, ſondern lag auf dem weißen Bette, in ihrem Brautgewande, den Myrtenkranz auf dem Haupte, und der lange Schleier auf den Boden niederwal⸗ 4 lend. Als die Thüre aufging, war ſie bleich wie eine Leiche. Ein himmliſches Lächeln der Liebe verbreitete aber jetzt einen Roſenſchimmer über die blaſſen Wangen.

Betäubt von Schmerz, ergriffen von der Feier des Augenblicks, ſank Kuno auf die Kniee vor ihr nieder, und alle Anweſenden brachen in Thränen aus.

Mit einer Stimme, welche nicht mehr irdiſcher Natur war, ſagte Ellen den Ihrigen ein zärtliches Lebe⸗ wohl; nachdem ſie lang an der Bruſt der Mutter geruht

hatte, flüſterte ſie:

Und nun, mein Vater, gehört ihm, was noch von meinem Leben übrig iſt.

Jedes Herz erbebte, als der gerührte Vater die Trauungsformel begann. Klar und deutlich ſprach Ellen ihr Ja aus. Und nun legte der Vater ſeine Hände auf deren Haupt und ſprach den Segen. Eine augenblickliche Pauſe trat ein, während welcher man nichts als leiſes, erſticktes Schluchzen vernahm.

Plötzlich richtete ſich Ellen auf, führte des Vaters⸗*4

Hand an ihre Lippen, öffnete ihre Arme und ſich an Kunos Bruſt anſchmiegend, ſah ſie ihm in's Antlitz und flüſterte beinahe lautlos: mein Gatte, mein Kuno! Mit einem langen, einem ewigen Kuß beſiegelte ſie dieſe Worte, während Kuno ſie konvulſiviſch an ſein Herz