213
drückte. Ellens Arme ſanken langſam nieder, der Kör⸗ per wurde ſchwer, die Lippen lächelten noch, obwohl matt; das gebrochene Auge weilte mit einem Himmel voll Liebe auf Kuno, während ſie mit erſterbender Stimme noch ſtammelte:
„Gott, ich danke dir— Du läßeſt mich ſterben als ſeine Gattin.... Kuno.... Kuno!“
Das Herz brach und der Tod nahm ſeine Braut und führte den Geiſt in das rechte Heimathland, indem er Kuno einſam mit dem lebloſen Staube in ſeinen Ar⸗ men zurückließ.
XLIII.
Ellen wurde in ihrem Brautgewande beerdigt. Das Grab würde von den Thränen der Wehmuth benezt und ihr Andenken von dankbaren Herzen geſegnet. Sie ſchied ab, wie wenn ſie nur die Schwingen erhoben hätte und in ihren Himmel zurückgeflogen wäretsn
Kuno's Leben iſt eine ewige Erinnerung an ſie, deren Geiſt ihn umſchwebt. Dieſes Leben wurde ein raſtloſes Bemühen, alles was ſie ihm aufgetragen hatte, zu vollziehen, und man nannte ihn allgemein in der Gegend den Armenfreund, den Beſchützer der Unglück⸗ lichen. Noch manches Jahr wird er vielleicht hier auf Erden wandern, ein einſamer Pilger, aber gewiß als ein guter, nachſichtiger und verzeihender Sohn gegen die bereuende Mutter.


