Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

189

Ellen war noch nicht viel weit gegangen, als ſie den Laut von zwei Stimmen, die eine aufgereizt, die andere angſterfüllt und bittend, vernahm. Sie beſchleu⸗ nigte ihre Schritte, ſo daß ſie beinahe ſprang, und befand ſich in Kurzem auf einem offenen Platz vor einem großen brennenden Kohlenmeiler. Bengtſon ſtand hoch⸗ aufgerichtet da und hatte ſeine beiden ſtarken, groben Hände, welche Schmiedehämmern glichen, dem jungen, ſchmächtigen Grafen auf die Schultern gelegt. Er hatte ihn auf die Kniee vor ſich niedergedrückt. Beide befan⸗ den ſich in ſolcher Nähe von dem Meiler, daß die ſtarke Hitze auf ihren Geſichtern eine glühende Röthe hervor⸗ brachte, welche den ſchönen Zügen des jungen Mannes eine hohe und lebhafte Färbung verlieh.

Bengtſons Augen waren aus dem Kopfe getreten und auf den vor ihm in den Staub niedergebeugten Edelmann mit unheilverkündendem Zorn gerichtet. Der Graf konnte darin leſen, daß er von dem unglück⸗ lichen und verzweifelten Vater keine Schonung erwarten durfte, da derſelbe ſeit ſeiner Tochter Tod nur einen Ge⸗ danken gehabt hatte, und dieſer Gedanke Rache hieß.

So lagſt Du auf den Knieen vor meinem Mäd⸗ chen, und wie das Feuer des Meilers jetzt auf deine Wangen brennt, ſo brannte deine Begierde in ihr Herz, wie ſie ein ebenſo ſchwaches Ding in deiner Hand wurde, wie Du jetzt in der meinigen biſt; und Du warfſt ihre Seele hinab in den brennenden Pfuhl, wie ich jetzt dich in den brennenden Meiler zu werfen gedenke. Jetzt zitterſt und bebſt Du vor mir, wie ſie zitterte und bebte, da ſie vor dem Gericht ſtand, mit Schmach und Schande bedeckt. Du haſt um Schonung gebettelt. Schurke! Hatteſt Du Erbarmen, da Du dem armen

*