Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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liebkeichen Worten zu, welche über die Lippen des jungen Mädchens gingen, und nachdem Ellen noch lang von des Erlöſers Geduld und Demuth unter dem Leiden geſprochen hatte, da traten endlich der tief erſchütterten Mutter die Thränen in die Augen.

Jetzt ſtand Ellen auf, legte ihr die Hand auf die Schulter und flüſterte:

„Weinet euren Schmerz aus, Mutter Brita; es wird Euch dann beſſer zu Gemüthe; aber geht heute nicht zur Gerichtsſitzung.— Der Oberlandrichter hat es Euch ja erlaſſen, dabei zu erſcheinen.“

„Mamſell Ellen, ich muß dorthin und ſollte ich

auch ſterben; das arme Mädchen iſt ja mein Kind, und ich kann ſie nicht verlaſſen,“ erwiederte ſchluchzend Mutter Brita.

„So möge Euch Gott dann Muth eingeben und Euch tröſten!“

Nach einigen weitern freundlichen Worten von Ellen ſagte die Alte: 1„Gott ſegne Sie für das, was Sie mir geſagt

haben!“

Ellen wandte ſich nun zum Gehen, begegnete aber unter der Thüre Kuno. Hinter ihm ſtand Bengt Bengtſon, der Vater der Angeklagten. Es war ein großer, rieſiger Bauer mit einem ehrlichen Angeſicht, welches den Ausdruck einer tiefen Ver⸗ zweiflung trug.

Er ging an Kuno vorbei und näherte ſich Ellen mit den Worten: 3

„Dank Ihnen, Mamſell Ellen!“ 5

Er drückte ihr feſt die Hand; darauf verließ das Mädchen mit einer Verbeugung gegen Kuno die Stube,

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