Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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mit den Worten der Schrift zu mir. Gehen Sie und laſſen Sie mich in Ruhe; hat nicht der Fluch mich getroffen, ohne daß ich fluchte? O ich Unglückliche, ich Unglückliche!“ Wiederum ließ ſie den Kopf ſinken und murmelte:

„Ueberlaſſen Sie mich meinem Elende und ver⸗ größern Sie nicht meine Schande dadurch, daß Sie davon reden. Gehen Sie, gehen Sie! Oder kommen Sie vielleicht hieher, um meine Schmach zu ſchauen?“

„Mutter Brita,“ flüſterte Ellen in Thränen ſchwimmend,„laſſet nicht von Zorn und Bitterkeit eure Seele erfüllen.“

„Zorn?“ murmelte die unglückliche Mutter,„nein, noch habe ich den Zorn nicht gekannt; es iſt Etwas hier“— ſie drückte die Hand auf die Bruſt,„das entzwei geriſſen iſt. Stina, Stina, warum haſt Du uns das gethan!“

1„Weinet, dann wird es beſſer, und hernach werdet Ihr mich hören.“

„Ich kann nicht weinen.— Woher ſoll ich Thrä⸗ nen nehmen?“

„Gott wird ſie Euch zur Linderung in Eurem Schmerze ſenden,“ ſagte Ellen, welche ſelbſt bitterlich weinte. Und als die Alte noch immer den Kopf ſchüttelte, begann Ellen von unſerer Pflicht, die Prü⸗ fung mit Geduld zu ertragen, milde und zu Herzen gehende Worte zu reden. Sie ſprach von ihrer Tochter, ſagte, ihr Kind könne durch Reue und Buße Gottes Vergebung gewinnen, und ſie, die arme Mutter, werde in einer beſſern Welt ihre Tochter verſöhnt mit Gott wieder finden.

Die alte Frau ſchwieg und hörte den tröſtenden,