Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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Als ſie die Stubenthüre öffnete, ſah ſie die alte Mutter am Tiſche ſitzen, die Ellbogen darauf ſtützend, und den Kopf in den Händen verborgen. Die ſonſt ſauber geputzte Stube bewies, daß die ordnungsliebende Hausfrau nicht entfernt an das, was um ſie herum war, dachte. Sie blieb unbeweglich, ohne nur ſich umzuſehen, wer der Eintretende wäre. Wahrſcheinlich hatte ſie nicht einmal gehört, daß die Thüre aufging.

Ellen war tief erſchüttert, näherte ſich aber dennoch und ſagte in ihrem freundlichen und herz⸗ lichen Tone:

„Guten Morgen, Mutter Brita!“

Die Angeredete fuhr heftig zuſammen und ſchaute mit einer beinahe erſchrockenen Miene auf.

Das Antlitz der alten Frau, jetzt von wildem Schmerz entſtellt, war eines von jenen ſtrengen, ernſten und grundehrlichen Geſichtern, welche man nicht ſelten bei Bauern findet.

„Mamſell Ellen,“ ſprach dieſelbe in einem bittern Ton,—„was hat die Mamſell in dieſer Wohnung der Schande und des Elends zu thun?— Gehen Sie,“ ſetzte Brita heftig hinzu,„Sie wiſſen nicht, daß hier ein Verbrechen begangen worden iſt, welches den Fluch mit ſich bringt.— Noch bin ich zu ſchwach ge⸗ weſen, um fluchen zu können.“ Die letzten Worte wurden in einem düſtern und hoffnungsloſen Tone

ausgeſprochen.

Ellen ſetzte ſich auf einen Stuhl neben die Alte.

„Wir haben nicht das Recht, zu verfluchen,“ ſagte ſie,„der, welcher flucht, wird wieder verflucht werden.“ „Schweigen Sie, Mamſell Ellen; reden Sie nicht