Arlborg machte keine Miene, ihr zu folgen. Nachdem er ſie über den Hof und durch das Gitter hatte gehen ſehen, reichte er Bengt die Hand zum Abſchied.—
„Sie ſind allzu gütig, Herr Landoberrichter, daß Sie der Gerichtsſitzung anzuwohnen uns erlaſſen, aber die Mutter und ich, wir werden dennoch dort ſeyn. Stina iſt allerdings jetzt ein Kind der Schande und des Verbrechens, aber wir können ihr doch nicht den Rücken kehren und ſie unter all dem Hohn und Spott allein ſitzen laſſen. Und ſo, gnädiger Herr Landoberrichter, möchte ich nur den Namen von... von... des Kindes Vater wiſſen.“
Bengt Bengtſon ballte die Fauſt und ſah furchtbar drohend aus.
„Aber der Anblick von euch beiden,“ ſagte Kuno freundlich,„wird nur die Laſt ihrer Gewiſſensqual vermehren und das Verbrechen für ſie ſelbſt um ſo größer machen.“
„Schadet nichts, Herr Landoberrichter, wer Uebel thut, muß Uebel leiden. Je größer das Verbrechen, deſto größer die Reue. Mag ſie unſern Kummer ſehen; aber mag ſie auch ſehen, daß wir ſie nicht verlaſſen und ihr fluchen.“.
Kuno ging; aber als er die Gitterthüre hinter ſich hatte, ſchlug er einen Seitenweg, anf dem er auch hieher gekommen war, ein, um Ellen einzuholen.
Auf ſeiner Wanderung dachte er:
„Etwas Entzückenderes, als die Worte des jungen
Mädchens zu der alten Frau, habe ich noch nie gehört.
Und wenn ſie wirklich voll Barmherzigkeit und wahr Schwartz, Novellen. II. 5


