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eine ſtrenge Frau, aber ſie hat nach ihrer Weiſe ihre Tochter warm und innig geliebt. Die armen unglück⸗ lichen Eltern! Was wird ihr Loos ſeyn?“
„Vor Scham zu ſterben, oder mit Verzweiflung im Herzen zu leben,“ antwortete Kuno in einem Ton von Bitterkeit, welcher zur Folge hatte, daß Ellen haſtig ſich zu ihm umwandte und Alba aufſah, um den Ausdruck, den jetzt ſeine Züge trugen, zu erforſchen.
Kuno hatte eine Zeitung ergriffen und blickte in dieſelbe. Die Miene war kalt und düſter, der Mund feſt geſchloſſen.
Eine Weile hernach, als man von etwas Ande⸗ rem zu ſprechen anfing, ſtand Kuno auf und ſetzte ſich neben Ellen, welche fleißig fortarbeitete, ohne an dem Geſpräch ſich zu betheiligen.
„Ich habe mit meiner Verbrechergeſchichte Sie verſtimmt, Mamſell Gällner.“
„Man kann unmöglich den traurigen Eindruck verbannen, welchen das Bewußtſeyn von den Leiden unſerer Nebenmenſchen verurſacht.“
„Was ſoll dann ein Richter empfinden, welcher nur unter Verbrechen und Elend zu Hauſe iſt; wel⸗ cher nur die Schattenſeiten des Lebens erblickt?“
„Er ſoll ſeinen Troſt und ſeine Stärke darin ſuchen, daß er dazwiſchen die Lichtſeiten des Lebens betraͤchtet und das Bewußtſeyn, ſeine Pflicht recht⸗ ſchaffen erfüllt zu haben, in ſich trägt.— Aber Sie äußerten Etwas, Herr Bezirksrichter, das.....“
Ellen ſchwieg.
„Was?— Ich bitte, fahren Sie fort.“
„Das einen ſchmerzlichen Eindruck auf mich machte. 4
„Und es war?“


