die Hand legt; aber auch hier kommt viel auf die Umſtände bei der Ausführung des Verbrechens an. Ach, Madame, das Geſetz darf in einem ſolchen Fall nicht allzu ſtreng ſeyn.“
Kuno ſprach dießmal mit einem Ausdruck wirk⸗ licher Rührung. Es trat eine Pauſe ein. Ellen wandte ſich ab, um ihre Thränen zu verbergen.
Die Probſtin unterbrach das Stillſchweigen.
„Und in welcher Gemüthsſtimmung befindet ſie ſich?“
„Sie ſcheint von Reue und Verzweiflung nieder⸗ gedrückt.“
„Und die armen Eltern?“
„Es iſt vielleicht noch ergreifender, die alte Mut⸗ ter des jungen Mädchens, eine kräftige Bauersfrau mit ſtrengen und ernſten Zügen, zu ſehen. Als ſie in den Gerichtsſaal eintrat und die Tochter gewahrte, fiel ſie, ohne ein Wort zu ſprechen, beſinnungslos zu Boden, und der Vater, ein großer, ſtarker Mann, ver⸗ barg das Angeſicht in den Händen und begann wie ein Kind zu weinen.“ Kuno ſprach mit Gefühl. Eine allgemeine Stille entſtand. Das muntere Geplauder unter der Jugend hatte aufgehört. Ellen hielt noch immer ihr Geſicht abgewendet, um ihre in Thränen ſchwimmenden Augen vor Niemand ſehen zu laſſen.
„ Ach!“ nahm die Probſtin wieder das Wort, rich kenne Bengt Bengtſon und Mutter Brita. Sie ſitzen auf einer ſehr kleinen, zu einem Hofgut gehöri⸗ gen Parzelle, aber ſind arbeitſame, in gutem Rufe ſtehende Leute. Ihr ganzer Stolz und ihr einziger Reichthum war die hübſche Stina. Mutter Brita iſt


