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Fall?“ fragte die Probſtin.„Wir haben, Gott ſey Dank, ſeit langer Zeit von keinem Verbrechen gehört.“
„Das, welches vorfiel, iſt erſt heute Nacht be⸗ gangen worden.“
„Heute Nacht,“ rief Ellen und ſah mit Schrecken auf.
„Ja,“ antwortete Kuno, indem er ſeinen Blick beharrlich auf ſie gerichtet hielt,„die Verbrecherin iſt erſt heute Morgen in Verhaft genommen worden, und die Miſſethat gehört zu denen, welche niederſchlagender als gewöhnlich auf den Richter einwirken. Es iſt ein Kindsmord.“
Ellen erbleichte und ihr Blick verfinſterte ſich.
Kuno fuhr, ohne die Augen von ihr abzuwen⸗ den fort:
„Er iſt von einem jungen Bauernmädchen, Stina, Bengts Tochter zu Forsby, begangen worden, um ihre Schmach vor den bejahrten Eltern zu ver⸗ bergen.“*
„Die Unglückliche,“ flüſterte Ellen mit Thränen in den Augen.„Und die armen Eltern!“ ſetzte ſie
mit tiefer Rüuhrung hinzu. Bekllagſt Du die Verbrecherin?“ fiel die Majorin Salden etwas ſcharf ein.„Ich für meinen Theil finde Nichts greulicher und ſtrafbarer als eine Mutter, welche ihr Kind umbringen kann, und das Geſetz iſt
in dieſem Fall nunmehr unverzeihlich mild; darum
kommt auch ſo mancher Kindsmord vor.“
„Und ich als Richter finde dagegen kein Ver⸗ brechen, welches mein Mitleid ſo ſehr erweckt, als dieſe That einer armen Frau, welche von Scham und Ar⸗ muth niedergebeugt, in einem Augenblick von Ver⸗ zweiflung ihr eigenes Gefühl erſtickt und an ihr Kid


