Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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über den Bezirksrichter ausſprechen ſollte, ſo würde es dahin ausfallen, daß er an Herz und Seele boshaft iſt.“

„Pfui, Alba!“ rief Ellen heftig.„Gedenkſt Du ſo fortzufahren, ſo will ich nichts weiter hören. Wie kannſt Du wiſſen, daß er an Herz und Seele bösar⸗ tig ſey? Das iſt Etwas, wovon ein Menſch in Be⸗ zug auf den andern niemals Kunde hat.

„Du biſt ja ſelbſt der Meinung geweſen, daß er ‚minder gut' ausſehe, als er das erſte Mal dir unter die Augen kam,“ erwiederte Alba lächelnd.

„Ja, aber darin hatte ich Unrecht. Seine Art und Weiſe iſt ſo ungewöhnlich, daß....“

„Daß er den Eindruck macht, als ob er nicht mit viel Herz geboren wäre,“ ſetzte Frau Berg ſcher⸗ zend hinzu.„Süße, gute Ellen, ſchau' nicht ſo miß⸗ vergnügt drein,“ fuhr ſie fort, als Ellen halb erzürnt ſich erhob.„Ich verſichere dich, mir dünkt, er iſt ſehr intereſſant im Geſpräch, geiſtvoll, witzig und gebildet; auch hat er ein ſo vortheilhaftes Aeußere, daß er ohne Uebertreibung ſchön genannt werden kann; aber es liegt Etwas von einer Zauberſchlange, Etwas von dem leidigen Verſucher in ſeinem Blicke, das in Ver⸗ einigung mit dem dämoniſchen Lächeln Einen unwill⸗ kürlich auf den Gedanken an einen böſen Geiſt bringt.“

„Nina, Nina! Ich hätte niemals geglaubt, daß Mu⸗ ſonſt ſo gut, in deinem Urtheile ſo hart ſeyn önnteſt!“ entgegnete Ellen unzufrieden und nähte fleißig fort, ohne mit einem einzigen Wort ſich weiter in das Geſpräch zu miſchen.

Eine Weile harnach, als der Thee ſervirt worden wuar, traten der hte⸗ der Notar, der Kron⸗ vogt und der Polizeiinſpektor zu den Damen ein.