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ich ſo lange nicht hier geweſen bin,“ ſagte Ellen herzlich. „Aber ſiehſt Du, nun komme ich auch, um bei dir Kaffee zu trinken.“
Ellen begab ſich in die Kammer, welche äußerſt ſauber apar, aber von großer Armuth zeugte.
„Da bin ich, laß nun die Alte für uns Kaffee machen.“ „Ach! Ellen, wie biſt Du immer ſo gut und lieb gegen mich!“ ſagte Nora gerührt.
Eine Weile hernach ſaßen Ellen und Nora am Tiſche und tranken ihren Kaffee, das heißt, Ellen ge⸗ noß eine halbe Taſſe, während ſie Nora zwei trinken ließ.
Nora R. war die Tochter des früheren, ſchon vor vielen Jahreu verſtorbenen Komminiſters. Sie hatte ihre Jugend in tiefer Armuth hingeſchleppt, während ſie mit nie ermüdendem Eifer ihren blödſinnigen Bruder pflegte, der von den Kinderjahren an in dieſem bekla⸗ genswerthen Zuſtande ſich befunden hatte. Einſam und arm hatte Nora von ihrem zwanzigſten Jahre an deſſen Wärterin gemacht, und ſeitdem waren weitere zwanzig Jahre vergangen.
Ellen war in den letzten Jahren die Beſchützerin der bedrängten Pfarrerstochter, ihr Troſt und ihre Freude geweſen; ſie war es geweſen, welche ihre Bekümmerniß milderte und ihr manche frohe Ueberraſchung bereitete. Schon als Kind hatte ſie dieſelbe mit Milch und mit Kartoffeln aus dem Garten der Probſtei verſehen, war bittend ihrer Mutter zur Seite geſtanden, wenn im Probſthofe geſchlachtet oder gebacken wurde, und dann frohen Herzens mit friſchem Brod, friſchem Fl di und 4 dergleichen zu Nora gewandert.


