Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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dent und ſollte Geiſtlicher werden. Die beiden Geſchwiſter waren beinahe ohne andere Spielkameraden mit einander aufgewachſen und beide von gleicher Gemüthsart. Dieß begründete zwiſchen ihnen eine ſtarke und innige Freund⸗ ſchaft.

Fridolf, von feſtem Charakter, gut, ſchwärmeriſch und ernſt, war für Ellen das Ideal der Vollkommenheit geworden, welchem ſie nachſtrebte. Er war ihr Gewiſſen, die beſſere Stimme in ihrem Herzen, wie ſie meinte. Niemals hatte Fridolf ſeinen Eltern einen Kummer ver⸗ urſacht. Mit Fleiß und Liebe hatte er als Knabe ſeine Studien begonnen, mit Fleiß und Liebe ſie fortgeſetzt. Er konnte mit Recht ſeiner Mutter Glück, ſeines Vaters Stolz, und ſeiner Schweſter Freude genannt werden.

Aber kehren wir zu Ellen zurück.

Ungefähr auf halbem Wege nach Wanna begegnete ſie Arnold und Arlborg. Es regnete gelinde, und die Herren waren mit Regenſchirmen verſehen. Ellen run⸗ zelte die Stirne vor Mißvergnügen über dieſes Zuſam⸗

mentreffen. Die Herren begrüßten ſie, und der Notar

beeilte ſich, ihr ſeinen Schirm anzubieten, aber Ellen lehnte ihn ab.

„Nein, ich danke,“ ſagte ſie.„Ein Schirm würde mich nur beſchweren, und im Uebrigen regnet es ſo fein und unbedeutend, daß ich mich als Landmädchen nicht davor fürchte.“

Damit machte Ellen eine ganz beſtimmte Abſchieds⸗ verbeugung und ſetzte ihren Weg fort.

„Die Stichelei auf den Schirm galt uns,“ ſagte Kuno lachend.„Dein ſanfter Engel kann auch ein wenig ſcharf ſeyn. Sie kann doch wohl keinen Spaziergang

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