Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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und Zucker, den ſie Anders in der Stadt hatte kaufen laſſen, und wanderte des Wegs am Fluße hin nach einem Dorfe Namens Wanna.

Als Ellen ſo allein dahin ging, hatte ſie etwas Träumeriſches in ihrem Blicke, was deutlich zu erkennen gab, daß die Einbildungskraft die Hauptrolle in ihrer Seele ſpielte; aber ſie war von einem ſo ungewöhnlich guten und milden Herzen, einer ſo tiefen Ehrfurcht vor Gottes Willen geleitet, daß die Phantaſie nur von holden und reinen Bildern erfüllt war. Sie hatten nichts von den fröhlichen und ſchwindelnden Träumen der Jugend. Nein, es ruhte ein melancholiſcher Ernſt über ihrer ganzen

Seele, und nicht einmal als Kind hatte ſie ſich einer ſtür⸗ miſchen Freude überlaſſen.

Ihr Vergnügen beſtand darin, Erzählungen von ſchönen großmuͤthigen Thaten, religiöſe Betrachtungen, oder zum Herzen redende Dichtungen zu leſen, und her⸗ nach unter dem klaren blauen Sommerhimmel zu träu⸗ men;— aber es fanden ſich auch Augenlicke, wo ſie auf ihre unſchuldige und harmloſe Weiſe heiter war. Sie hatte zugleich ein ſehr empfindliches Gemüth, was be⸗ wirkte, daß ihr das geringſte Wort des Tadels wehe that.

Zenn ſie ſo traurig war, grübelte ſie über ihre Fehler nach und fühlte ſich ſchwer unglücklich. Wie es mit allen poetiſchen Naturen der Fall iſt, war auch Ellen ſich un⸗ gleich; ſie konnte ſich ſehr leicht von dem Eindrucke des Augenblicks hinreißen laſſen und hernach über etwas Anderem alsbald ihres Entzückens vergeſſen; aber dieß alles hatte ſeinen Urſprung darin, daß ſie mit der Welt in und außer ihr nicht in Harmonie gekommen war.

Außer Ellen hatte der Probſt einen Sohn, Fridolf, um zwei Jahre älter als die Schweſter. Er war Stu⸗